7 Dinge, die uns nicht beeindrucken sollten von Joshua Becker

MARKENLOGOS. Wir zahlen Firmen Geld dafür, als laufende Werbetafeln für sie herumzulaufen, damit sie uns mit noch noch mehr Werbung noch mehr einreden können, dass nur Loser noch die Mode vom letzten Jahr tragen.

Dabei ist doch die Qualität wichtig. Und dass es keine Vierjährigen mit blutenden kleinen Fingern in 20-Stunden-Schichten zusammengenäht haben. Ich will nicht wissen, ob Dein Poloshirt 200 Euro kostet (das in Wirklichkeit nur 3,50 Euro wert ist). Ich will wissen, ob Du Dich in guter, zeitloser Kleidung ohne Logo genauso selbstsicher fühlst.DER PREIS EINES AUTOS. Im Film Fight Club heißt es: „Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.“ Oder Leuten, die für 30 Sekunden neben uns an der Ampel stehen. Menschen geben Unmengen aus für Autos, die uns doch eigentlich nur sicher von A nach B bringen sollen. Ich will nicht wissen, wie viel P.S. Dein Auto hat. Ich will wissen, wohin Du im Leben unterwegs bist.

DER JOBTITEL. Die Karriereleiter ist für viele von uns auch deshalb attraktiv, weil ihre Stufen so beeindruckende Namen haben. Wichtig klingen. Doch will nicht wissen, ob Du Vice-President-Head-of-Global-Director bist. Sondern ob Du Deinen Job wirklich sinnvoll findest. Sinnvoll genug, um den wahrscheinlich größten Teil Deiner wachen Zeit damit zu verbringen.

DIE EUROS AUF DEM KONTO. Wir messen Erfolg an Zahlen, am Einkommen und dem Guthaben bei der Bank. Doch fast alles, was wirklich zählt, lässt sich nicht messen. Ich will nicht wissen, wie voll Dein Konto ist. Sondern wie voll Dein Herz ist. Wie menschlich, verständnisvoll, hilfsbereit Du bist und ob Du verzeihen kannst. Und ich will auch nicht wissen, wie früh Du in den Ruhestand gehen kannst, denn ich will keinen Ruhestand, will nicht „in Ruhe stehen“ und dreißig Jahre lang Cocktails am Pool saufen, ich will erfüllt leben, bis zum letzten Tag.

DIE QUADRATMETER DER WOHNUNG. Eine Weile lang träumte ich von einem Haus mit Infinity-Pool, irgendwo am Meer oder an einem See, mit einem großen Bibliothekszimmer. Dabei geht’s mir längst ziemlich gut in meiner kleinen Wohnung. Daher: Ich will nicht wissen, wie viele Quadratmeter Deine Bude hat. Ich will wissen, ob Dein Heim für Dich Heimat ist.

DAS SMARTPHONE-MODELL. „Also ich hab mir jetzt wieder das neuste iPhone geholt, und Du?“ Sogar schon auf Spielplätzen: „Hast Du schon gehört, der Kevin hat das neueste Samsung zum Geburtstag bekommen und die Mandy, also seine Schwester Mandy, muss jetzt mit seinem alten rumlaufen!“ Ich selbst kann mich davon nicht ausnehmen. Doch wenn ich ehrlich bin, will ich nicht wissen, welches Smartphone Du hast, sondern ob Du es auch mal aus der Hand legen kannst. Für Stille, ein Gespräch mit Deinem Partner, oder aufmerksame Zeit mit Deinem Kind.

DIE SOCIAL-MEDIA-SELBSTDARSTELLUNG. Strahlende Sonne, strahlendes Lachen, Fotos von Flugzeugflügeln und schicke neue Sachen. Obwohl uns klar ist, wie verzerrt und einseitig und aufgeblasen die Profile sind, fallen wir doch immer wieder darauf rein, halten sie für die gesamte Wahrheit. Das echte Leben hingegen lässt sich nicht photoshoppen. Ich will nicht wissen, wie toll Dein letzter Urlaub war und wie Du im Bikini aussiehst (okay, das schon) oder wie viele „Kontakte“ Du hast. Ich will wissen, wie’s Dir an den anderen 350 Tagen im Jahr geht und ob Du Freunde hast, die für Dich da sind, wenn Du sie brauchst.

Autor: RSC

Die schwerste aller Sprachen ist Klartext.