
Sieben Schritte zur richtigen Anlage
Gemäss einer Studie der Deutschen Bank ist Bargeld die mieseste Anlageklasse überhaupt. Zwar schwankt es am wenigsten im Wert und fühlt sich deshalb sicher an. Doch in den letzten 200 Jahren hat nur Bargeld im Durchschnitt real an Wert verloren. Im aktuellen Zinsumfeld verliert indes auch das Geld auf dem Sparkonto an Kaufkraft, weil der Sparzins unter der Teuerung liegt.
1. Wofür ist das Geld gedacht?
Bevor Sie investieren, beantworten Sie eine Frage: Wofür ist das Geld gedacht?Haben Sie erst ein klares Ziel vor Augen, leitet sich daraus die Anlagedauer ab. Sie können auch mehrere Ziele definieren und mit unterschiedlichen Strategien angehen. Grundsätzlich gilt: Je länger Sie investieren, desto grösser die Chance auf Wertzuwachs.
2. Wie viel Verlust ertragen Sie?
Welche Verluste können Sie finanziell und psychologisch tragen? Verlässlich beantworten lässt sich der zweite, der Aspekt allerdings erst nach einigen Monaten oder Jahren.
3. Monatliches Budget festlegen
Wie viel können Sie monatlich entbehren? Legen Sie den Betrag zu Beginn so fest, dass Sie ein Verlust nicht von weiteren Käufen abhält. Verluste sind normal und gehören zum Vermögensaufbau. Entscheidend ist zu Beginn der Erfahrungsgewinn.
4. Depot eröffnen oder Broker finden
Fast alle Menschen in der Schweiz verfügen über ein Bankkonto. Dieses ermöglicht Ihnen aber nicht automatisch den Handel mit Aktien. Dafür brauchen Sie ein Depot. Es lässt sich meist problemlos bei der Hausbank eröffnen, online oder telefonisch.
Allerdings ist hier auf einen wichtigen Punkt hinzuweisen: Je kleiner die monatlichen Beträge, desto wichtiger die Transaktionsgebühren. Für Summen von mehreren Tausend Franken sind 0,1 bis 0,5 Prozent des Handelsvolumens ein vernünftiger Richtwert. Bei rund 100 Franken liegen die Gebühren prozentual höher, sollten aber 2 bis 3 Franken nicht übersteigen.
Wer ausserdem von Steuerabzügen profitieren möchte, eröffnet ein Säule-3a-Konto bei einem Anbieter mit verschiedensten Anlagefonds im Angebot. Zwar sind Sie hier weniger frei in der Auswahl als wenn Sie Ihr eigenes Portfolio aufbauen - es können nur in diversifizierte Fonds und in keine Einzelinstrumente wie Einzelaktien oder -anleihen investiert werden.
5. Geld überweisen
Nachdem Sie das Depot oder das Konto beim Broker eröffnet haben, sind Sie bereit fürs erste Investment. Überweisen Sie den festgelegten Betrag.
6. Investieren: Aktie oder ETF?
Kennen Sie zuerst die Basis-Anlageklassen: Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Devisen und Kryptowährungen. Sie folgen unterschiedlichen Gesetzmässigkeiten und bei Devisen kommt oft ein Hebel dazu.
Zum Start eignet sich ein Aktien-ETF. Bei der Einzelaktie gilt: Eine längere Haltedauer führt nicht automatisch zu Gewinn. Hier geht es anfangs aber auch nur um den Erfahrungsgewinn.
Ein ETF ist ein Anlagevehikel, das aus verschiedenen Aktien oder Obligationen, oder aus beidem, besteht. Halten Sie sich anfangs an breit abgestützte Markt-ETF, etwa auf den SPI oder den MSCI World. Das Halten von ETF kostet etwas (TER für «Total Expense Ratio», die laufende Gebühr), bei Aktien fallen keine laufenden Gebühren an. Für Personen, die am Investieren wenig Interesse haben und den Aufwand klein halten wollen, bleiben breit gestreute ETF weiterhin die beste Wahl.
7. Füsse stillhalten
Das Wichtigste zuletzt: Ruhe bewahren. Passen Sie Ihr Depot nur langsam an. Kontrollieren Sie Ihr Vermögen nicht täglich - Kursschwankungen sind normal.
Und denken Sie an die zwei Grundprinzipien: Ihr Geld arbeitet im Hintergrund weiter, auch wenn Sie nichts tun. Und der «Zinseszins-Effekt» sorgt dafür, dass aus kleinen Beträgen über die Jahre Vermögen wird. Streng genommen entsteht der Effekt bei Aktien durch reinvestierte Gewinne und Dividenden - es ist also kein Zins, sondern die Wiederanlage von Erträgen.
