Erst prüfen, dann sprechen

In einer alten Geschichte erfuhr ein Dorfbewohner, dass sein Nachbar Labertus böse Gerüchte über ihn streute und so stellte er ihn zur Rede.

„Ich nehme alles wieder zurück, tut mir echt leid“, antwortete Labertus. Der Mann blickte ihn schweigend und ernst an und entgegnete, er würde die Entschuldigung annehmen, aber eine kleine Strafe hätte der Verleumder schon verdient.

Labertus freute sich über das Angebot und nahm es an. Der Bauer holte ein mit Federn gefülltes Kissen, schnitt es auf und warf die Federn in die Luft. Der Wind wehte sie in alle Richtungen, und der Bauer sprach: „So, Labertus, jetzt sammle alle Federn wieder ein und stopfe sie zurück ins Kissen“.

Da machte Labertus große Augen. „Das ist unmöglich“, sagte er, „der Wind hat sie doch überall verteilt!“. Der Bauer nickte. „Siehst Du. In den Wind gestreut fliegen die Federn überall hin, wir wissen nicht, wo und bei wem sie landen. Wie kannst Du dann die Verleumdung einfach wieder zurücknehmen wollen?“