Smartphones und ihr Akku

Smartphones und ihr Akku

Samstag, August 1, 2026 smartphone batterie

Den Akku vor dem Laden komplett leeren. Falsch – und sogar schädlich. Wer regelmässig auf null fährt und dann wieder voll auflädt, beschleunigt die Alterung. Der Mythos stammt von den älteren Generationen von Akkus und ist seit bald zwei Jahrzehnten überholt.

Die häufigsten Mythen im Faktencheck

Über Nacht laden ist gefährlich

Der eigentliche Mythos ist die Vorstellung, das Smartphone würde sich selbst zerstören oder gar Feuer fangen, wenn es nach Erreichen der 100% am Kabel bleibt. Das tut es nicht. Sowohl iPhones als auch Android-Geräte regeln das Laden intelligent: Sobald 100% erreicht sind, schaltet die Ladeelektronik zuverlässig ab und nimmt nur noch so viel Strom, wie zum Halten der Spannung nötig ist. Überladen passiert hier nicht.

Was allerdings stimmt: Das Gerät hält die Spannung dann stundenlang auf 100%, und das beschleunigt die Akku-Alterung minimal. Wer maximale Lebensdauer will, lädt nicht über Nacht voll. Wer das nicht so eng sieht, kann es bedenkenlos tun – gefährlich ist es nicht.

Nur das Original-Ladegerät verwenden

Ein hartnäckiger Mythos, der auch von manchen Herstellern befeuert wird. Die Wahrheit: Moderne Smartphones laden über den USB-PD-Standard (Power Delivery), und der ist genormt. Ein zertifiziertes Ladegerät und ein vernünftiges Kabel reichen völlig aus, egal von welcher Marke.

Schnellladen tötet den Akku

Übertrieben, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen. Schnellladen erzeugt mehr Wärme als langsames Laden, und Wärme ist tatsächlich der größte Feind des Akkus.

Das Smartphone in den Kühlschrank legen schont den Akku

Bitte nicht. Das hört man tatsächlich gelegentlich – die Idee ist, dass Kälte gut sei, weil Hitze schlecht ist. Logisch klingt das, ist aber Unsinn. Im Kühlschrank bildet sich Kondenswasser, das in das Gerät eindringen und Korrosion verursachen kann.

Was wirklich hilft

Die 20–80-Prozent-Regel – für Vorsichtige

Wer den Akku möglichst lange im Bereich zwischen 20 und 80% hält, schont ihn am meisten. Ehrlich gesagt: Der reale Effekt ist messbar, aber klein. Über zwei Jahre bedeutet das vielleicht 10 bis 15% mehr Restkapazität gegenüber sorglosem Laden. Für alle anderen gilt: Die folgenden Tipps bringen im Verhältnis mehr.

Hitze vermeiden

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Smartphone nicht im Auto in der Sonne liegen lassen. Nicht direkt aufs Armaturenbrett legen. Nicht beim Laden unter dem Kopfkissen lassen. 

Optimiertes Laden einschalten

Sowohl iOS als auch Android können das. Beim iPhone heißt es „Optimiertes Laden der Batterie“, bei vielen Android-Geräten „Adaptives Laden“ oder ähnlich. Die Idee ist simpel: Das Gerät lernt, wann es typischerweise vom Ladegerät genommen wird, und lädt die letzten Prozente erst kurz davor. Diese eine Einstellung ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt – und kaum jemand schaltet sie aktiv ein.

Hintergrund-Aktualisierung ausmisten

Viele Apps aktualisieren sich im Hintergrund, auch wenn man sie nie öffnet. Das frisst Akku und Datenvolumen. In den Einstellungen kann man pro App festlegen, ob das nötig ist. Beim iPhone unter „Allgemein → Hintergrundaktualisierung“, bei Android je nach Hersteller etwas anders versteckt. Wer einmal durch die Liste geht und das für unwichtige Apps abschaltet, spürt das deutlich.

Display-Helligkeit und Always-on-Display

Das Display ist der grösste Stromverbraucher im Smartphone. Wer die Helligkeit automatisch regeln lässt und das Always-on-Display abschaltet (sofern das Gerät überhaupt eins hat), gewinnt spürbar Laufzeit. Bei OLED-Displays auch ruhig den Dunkelmodus nutzen – schwarze Pixel sind tatsächlich aus und verbrauchen keinen Strom.

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